Erkenntnisgewinn: Wie kann dieser kommuniziert werden?

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Folgende Texte sind nur leicht überarbeitet vom Bericht "GEWISS Auftaktveranstaltung Dialogforen Citizen Science in Leipzig 17./18.09.2015" sowie dem Grünbuch Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland.

Ein wichtiges Ergebnis von Citizen Science-Projekten sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Diese können durch verschiedene Kanäle und von unterschiedlichen Akteuren kommuniziert werden.

Wissenschaftskommunikation. Citizen Science unterstützt wichtige Ziele der modernen, dialog- und beteiligungsorientierten Wissenschaftskommunikation.[1] Die vielfältigen Anknüpfungspunkte zwischen Massenmedien (Internet, Print, Rundfunk und Fernsehen), Citizen Science und Bürgerinnen und Bürgern werden jedoch noch nicht in vollem Umfang genutzt. Sie sind auch noch nicht umfassend in ihrer Wirkungfür Citizen Science wissenschaftlich untersucht und bekannt. Die Erfahrungen von Citizen Science-Aktivitäten sowie die Darstellung des Forschungsprozesses werden zur Zeit noch wenig medial aufgegriffen und dargestellt.

Citizen Science-Beteiligte. Neben den Medien stehen den Akteuren von Citizen Science-Projekten auch eigene Kanäle der Information und Kommunikation mit der Öffentlichkeit zur Verfügung. Zukünftig bedarf es eines Ausbaus der Kapazitäten und Qualifikationen der Wissenschaftskommunikatorinnen und Wissenschaftskommunikatoren, sowie langfristig auch der Etablierung eines Bewusstseins für die vielseitigen Aufgaben und Rollen von Journalistinnen und Journalisten, Bürgerinnen und Bürgern sowie institutionellen Vertreterinnen und Vertretern. Dabei gilt es zu bedenken, dass die Kommunikation von wissenschaftlichen Aktivitäten sich klar von der Wissenschaftskommunikation abgrenzt und Citizen Science nicht ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit ist.

Wissenschaftliche Publikationen sind nur ein Aspekt der Vermittlung von Citizen Science-Ergebnissen. Essentiell ist auch die verständliche Vermittlung von Ergebnissen an die Projekt-Beteiligten in Form von nicht wissenschaftlicher Berichterstattung. Hierzu sollten nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die gesellschaftliche Relevanz der Citizen Science-Projekte allgemeinverständlich zu kommunizieren.[2] Die Art der Publikation richtet sich dabei nach dem Charakter des Projektes. Bei einem Forschungsprojekt sollten die Ergebnisse zielgruppenspezifisch aufbereitet und z.B. über Webseiten, Broschüren, Veranstaltungen, Ausstellungen, mediale Aufbereitung (Fernsehen, Kioskzeitschriften) an die Öffentlichkeit vermittelt werden.

Die Teilnehmenden des Citizen Science-Projektes sollten bei der Dokumentation des Projektes und der Ergebnisse involviert werden. Oft wird eine didaktische Aufbereitung der Ergbenisse benötigt, um gesellschaftlich relevante Ergebnisse so zu präsentieren, dass sie auch in Entscheidungsprozessen in Politik und Management umgesetzt werden können. Wissenschaftliche Publikationen sollten den Ursprung der Daten durch Citizen Science-Projekte benennen.

Handlungsoptionen

Durch das Grünbuch Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland[1] werden folgende Handlungsoptionen vorgeschlagen:

  • Unterstützung der Medienvertreterinnen und Medienvertreter sowie Wissenschaftskommunikatorinnen und Wissenschaftskommunikatoren zur Motivation der Teilnehmern, bei der Gestaltung der Kommunikation zwischen den Initiatoren und Teilnehmenden sowie der Kommunikation der Ergebnisse
  • Konzeption von Leitlinien „guter Wissenschaftskommunikation“ für Citizen Science Projekte sowie Konzeption, Durchführung und Evaluation von Kommunikationskursen für Initiatorinnen und Initiatoren von Citizen Science Projekten in Kooperation mit Wissenschaftskommunikatoren
  • Schaffung klarer Strukturen und Verantwortlichkeiten bezüglich der Kommunikation in der Projektorganisation von Citizen Science Programmen
  • Intensivierung der Wissenschaftskommunikation von und für Citizen Science durch digitale und analoge Medien
  • Etablierung eines Medienservices zur Verbreitung von Ergebnissen sowie zur Vernetzung von Citizen Science Projekten
  • Schaffung von Ressourcen für qualitativ hochwertige, stetige und offene Projektkommunikation

Quellen

  1. 1,0 1,1 Bonn, A., Richter, A., Vohland, K., Pettibone, L., Brandt, M., Feldmann, R., Goebel, C., Grefe, C., Hecker, S., Hennen, L., Hofer, H., Kiefer, S., Klotz, S., Kluttig, T., Krause, J., Küsel, K., Liedtke, C., Mahla, A., Neumeier, V., Premke-Kraus, M., Rillig, M.C., Röller, O., Schäffler, L., Schmalzbauer, B., Schneidewind, U., Schumann, A., Settele, J., Tochtermann, K., Tockner, K., Vogel, J., Volkmann, W., von Unger, H., Walter, D., Weisskopf, M., Wirth, C., Witt, T., Wolst, D. & Ziegler, D. (2016) Grünbuch Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland. . Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Deutsches Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, Leipzig; Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung – MfN, Berlin-Brandenburgisches Institut für Biodiversitätsforschung (BBIB), Berlin.
  2. Richter, A., Pettibone, L., Rettberg, W., Ziegler, D., Kröger, I., Tischer, K., Hecker, S., Vohland, K. & Bonn, A. (2015): GEWISS Auftaktveranstaltung Dialogforen Citizen Science in Leipzig 17./18.09.2014. GEWISS Bericht Nr. 3. Deutsches Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Leipzig; Berlin-Brandenburgisches Institut für Biodiversitätsforschung (BBIB), Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung – MfN, Berlin. http://buergerschaffenwissen.de/sites/default/files/assets/dokumente/gewiss_bericht3_auftakt-2.pdf

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