Methodik: Welche partizipativen Methoden in den Sozial- und Geisteswissenschaften gibt es und wie können sie angewandt werden?

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In den Sozial- und Geisteswissenschaften gibt es viele Methoden, die Partizipation fördern. Diese werden hier kurz dargestellt.

Partizipative, qualitative Sozialforschung

Ein Sonderheft der open access- Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung (FQS) widmet sich praktischen Beispielen und methodologischen Grundlagen der partizipativen Sozialforschung in verschiedenen Anwendungskontexten.

Die Herausgeber des FQS- Sonderheftes beschreiben das Anliegen partizipativer Forschung wie folgt: "Partizipative Forschungsmethoden sind auf die Planung und Durchführung eines Untersuchungsprozesses gemeinsam mit jenen Menschen gerichtet, deren soziale Welt und sinnhaftes Handeln als lebensweltlich situierte Lebens- und Arbeitspraxis untersucht wird. In der Konsequenz bedeutet dies, dass sich Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen aus der Konvergenz zweier Perspektiven, d.h. vonseiten der Wissenschaft und der Praxis, entwickeln. Der Forschungsprozess wird im besten Falle zum Gewinn für beide Seiten (...)." [1]

Ganz ähnlich beschreibt Hella von Unger in ihrem Buch "Partizipative Forschung: Einführung in die Forschungspraxis" partizipative Forschung als eine wertebasierte, "engagierte Forschung, die die Möglichkeiten der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und empirischen Forschung nutzt, um die sozialen, politischen und organisationalen Kontexte, in die sie eingebettet ist, kritisch zu reflektieren und aktiv zu beeinflussen."[2]

Partizipative (Gesundheits-)Forschung

Dieser Ansatz, oft in der Gesundheitsforschung benutzt, enthält laut dem Netzwerk Partizipative Gesundheitsforschung "eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Praxiseinrichtungen und engagierten Bürger/inne/n, um gemeinsam neue Erkenntnisse zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung zu gewinnen" [3]. Die Netzwerk-Webseite hat eine Literatur-Liste für diejenigen, die mehr darüber erfahren möchten: http://www.partnet-gesundheit.de/

Prof. Dr. Michael Wright gibt einen Überblick von partizipativer Gesundheitsforschung und ihrem Verhältnis zu Citizen Science in seinem Impulsvortrag beim GEWISS Dialogforum Forschungsförderung für Citizen Science.

Public History

Dieser Ansatz wird in der Geschichtswissenschaft genutzt, um historische Forschung zu bezeichnen, die für ein breites Publikum verständlich ist. Mehr Information finden Sie bei Docupedia

Hier fehlt eine Quellenangabe.


Transdisziplinäre Forschung

td-net (ein Netzwerk für transdisziplinäre Forschung) hat eine hilfreiche Liste von partizipativen Methoden, um verschiedene Akteure und Perspektiven zusammen zu bringen: http://www.naturwissenschaften.ch/topics/co-producing_knowledge/methods

Konkrete Ideen, inwiefern Methoden aus der transdisziplinären Forschung für Citizen Science relevant sein können, finden Sie im GEWISS Bericht zu den Webinaren "Citizen Science jenseits der Naturwissenschaften":

Quellen

  1. Bergold & Thomas 2012 (Zugriff am 19.11.2015: http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/1801/3332)
  2. von Unger, Hella (2014). Partizipative Forschung. Einführung in die Forschungspraxis. Wiesbaden: Springer VS.
  3. Beschreibung des Netzwerk Partizipative Gesundheitsforschung bei der Katholischen Hochschule Berlin. Gelesen 4.11.2015. http://www.khsb-berlin.de/forschung/institute/isg/projekte/netzwerk-partizipative-gesundheitsforschung/

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