Professionalisierung von Citizen Science

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Hintergrund

Nachdem sich Citizen Science als Begriff zunehmend in der wissenschaftlichen Debatte etabliert hat, nimmt auch die Forschung über Citizen Science zu. Das drückt sich beispielsweise in der steigenden Anzahl an wissenschaftlichen Publikationen über Citizen Science aus als auch darin, dass mit der Zeitschrift Citizen Science: Theorie und Practice ein eigenes Publikationsorgan gegründet wurde.

Wissenschaftliche Fragestellungen

Die Hauptfragen in der Forschung über Citizen Science beziehen sich auf die Art der Zusammenarbeit[1][2].

Ein weiterer Zweig befasst sich mit den Wirkungen auf die Beteiligten, insbesondere damit, den Lernerfolg der Beteiligten zu evaluieren. Hier gibt es insbesondere in den anglophonen Ländern eine intensive Tradition der Evaluierung.

Netzwerke

Ein Ausdruck der Professionalisierung ist die Zunahme von Veranstaltungen über Citizen Science sowie die Institutionalisierung wissenschaftlicher Netzwerke.

Verein der europäischen Bürgerwissenschaften - European Citizen Science Association (ECSA)

Das Ziel von ECSA ist es, Citizen Science und die Forschung über Citizen Science in Europa durchzuführen. Mit seiner Strategie verfolgt ECSA vor allem die drei Ziele

  • Citizen Science als Methode zur Erreichung einer höheren Nachhaltigkeit zu nutzen
  • Einen Think Tank für Citizen Science etablieren, um Exzellenz und Nachhaltigkeit zu fördern
  • Methoden der partizipativen Zusammenarbeit entwickeln, testen und weitertragen

CA COST : Citizen Science to promote creativity, scientific literacy, and innovation throughout Europe (CA15212)

Ziel dieser COST Action ist es, die wissenschaftliche Expertise in Europa zu bündeln, um den Einfluss von Citizen Science und ihres transformativen Potentials auf die Wissenschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft zu verstehen und effektiver zu nutzen. Dafür werden Akteure aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, kulturellen Einrichtungen und NGOs gemeinsam forschen.

Eine COST Action ist ein Förderinstrument der Europäischen Union unter dem Rahmenprogramm Horizon 2020, welches die wissenschaftliche Vernetzung fördert.

Publikationsorgane

Auf Initiative der internationalen Citizen Science Association (CSA) wurde die Zeitschrift Citizen Science: Theorie und Practice gegründet. Ziel dieser Zeitschrift ist es, die aktuellen Praktiken auch im Hinblick auf politische und gesellschaftliche Implikationen zu reflektieren, sich über Methoden zur Messung des Bildungserfolgs oder des Qualitätsmanagements auszutauschen sowie spannende Fragen, die sich in der Durchführung ergeben, im internationalen Raum wisssenschaftlich zu diskutieren.
  1. Pettibone, L., Hahn, J. & Vohland., K. (2016):GEWISS Dialogforum: Was ist Partizipation in Citizen Science? GEWISS Bericht Nr. 10. Deutsches Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), Halle-Jena-Leipzig, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Leipzig; Berlin-Brandenburgisches Institut für Biodiversitätsforschung (BBIB), Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung – MfN, Berlin in Kooperation mit dem Institut für Technikfolgenabschätzung.
  2. Citizen Science. Participatory Knowledge-Production in the late 19th and early 20th century, (Ph.D.-thesis Bielefeld University), Science and Technology Studies 12, Baden-Baden 2014 (Nomos Verlagsgesellschaft).

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